Detail
Tanzwissenschaft: Körper auf der Bühne
Alumni UniBE Corporate
13.10.2026
Welche Körper auf der Tanzbühne sichtbar werden, ist nicht nur eine künstlerische, sondern auch eine gesellschaftliche und politische Frage. Über lange Zeit prägte vor allem das Ideal der jungen, weissen und schlanken Tänzerin den westlichen Bühnentanz. Andere Körper, etwa von Männern, People of Color, älteren Menschen, Personen mit Behinderung, höherem BMI oder nichtbinären Tänzer*innen – mussten sich ihren Platz im Rampenlicht erst erkämpfen.
Christina Thurner, Professorin für Tanzwissenschaft an der Universität Bern, zeigt in ihrem Essay, wie sich Körperbilder im Tanz verändert haben. Beispiele aus der Tanzgeschichte reichen von der Emanzipation der Tänzerinnen im Ausdruckstanz über Katherine Dunhams Compagnie für People of Color bis zu Rudolf Nurejews Aufwertung männlicher Ballettrollen. Produktionen wie Eugénie Rebetez’ «Gina» oder Maud Le Pladecs «Silent Legacy» stellen etablierte Normen infrage und zeigen unterschiedliche Körper als selbstbewusste, kreative und gleichwertige Akteur*innen. Dadurch können Bühnenbilder auch gesellschaftliche Vorstellungen verändern.
Fotografie: César Vayssié





